Kinderärzte, Internisten, speziell ausgebildete Krankenschwestern und klinische Forscher: Im ImmunDefektCentrum Leipzig (IDCL) am Klinikum St. Georg gGmbH kümmert sich ein interdisziplinäres und multiprofessionelles Team um Patienten mit einem Immundefekt. Ziel der Arbeit ist es, Patienten besser zu versorgen, angeborene Immundefekte früher zu erkennen und klinisch angewandte Forschung zu betreiben. Das Leistungsspektrum umfasst dabei die ambulante Diagnostik und Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einem angeborenen oder einem erworbenen Immundefekt. Es bestehen aber auch alle Möglichkeiten zur stationären Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die an einem angeborenen Immundefekt leiden. Mit seinem Einzugsbereich Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Nord-Bayern ist das IDCL eines der deutschlandweit größten Therapie- und Diagnostikzentren dieser Art.

Vorreiter für Deutschland ist das IDCL in Sachen Neugeborenen-Screening: Hier war das Team um Direktor Prof. Dr. Michael Borte maßgeblich an der Entwicklung eines Screening-Tests für schwere Immundefekte beteiligt. Ein labortechnisches Verfahren für ein bundesweites Screening ist dank der Aktivitäten von Prof. Bortes Team vorhanden, zurzeit wird vom IQWiG im Auftrag des G-BA eine Nutzenbewertung des Screenings durchgeführt. Bei positivem Ausgang könnte das Screening möglicherweise 2017 oder 2018 bundesweit eingeführt werden. Das FIND-ID Zentrum koordiniert zudem nationale und internationale Therapie- und Registerstudien zur Ersatztherapie mit Immunglobulinen. Das Zentrum beteiligt sich intensiv an den Patientenregistern von FIND-ID und der European Society for Immunodeficiencies (ESID). Das ImmunDefektCentrum Leipzig ist seit 2010 von der US-amerikanischen Jeffrey Modell Foundation (JMF) als Jeffrey Modell Diagnostic and Research Center for Primary Immunodeficiencies anerkannt.